Ultima Online Teaser

Ultima Online: Eine Hassliebe

Ultima Online erschien im Herbst 1997 und mauserte sich zu einem MMORPG, das man entweder lieben oder hassen musste.

Ultima Online war ursprünglich nicht so geplant, wie es veröffentlicht wurde. Das Spiel sollte eine Story mit Quests bekommen, welche man gemeinsam mit anderen Spielern hätte erleben können. Diese Quests wären mit denen aus der Single-Player-Reihe Ultima vergleichbar gewesen. Doch das Budget und eine verkürzte Enwicklungszeit führten letzten Endes dazu, dass dieser Aspekt gestrichen werde musste.

Ultima Online kam als Sandbox auf den Markt. Die Spieler erschufen sich einen Charakter und wurden dann einfach in die Welt gesetzt. Was sie dort taten, blieb ihnen überlassen. Im Prinzip war alles möglich. Man konnte einen Laden aufmachen, um Items an andere Spieler zu verkaufen, man konnte Bäcker oder Schmied werden, um Items herzustellen, die in den Länden anderer verkauft wurden. Es war auch möglich, dass man auszog, die Welt zu erkunden, Dungeons zu erforschen, gegen Monster zu kämpfen. Man konnte sich überall ein Haus bauen und nach seinen Vorstellungen einrichten. Es war aber genauso möglich, dass man Jagd auf andere Spieler machte, denn PvP war jederzeit und überall möglich. Auch konnte man besiegten Spielern alle ihre Gegenstände abnehmen.

Die Erbarmungslosigkeit der Spielwelt führte dazu, dass sich die Spielerschaft spaltete: Ein Teil fand es super, dass es überall Gefahren gab und man Risiken eingehen musste, um an Belohnungen zu kommen. Andere hatten keinen Spaß daran, ständig von mächtigen Spielern angegriffen zu werden. Das Spiel selbst wurde gespalten. PvP war auf einem Server nur noch dann möglich, wenn man zustimmte, auf dem anderen blieb alles beim Alten.

Doch Ultima Online sorgte für noch mehr Hassliebe. Viele Fans der Single-Player-Ultima-Reihe konnten mit dem MMORPG nichts anfangen, denn ihnen fehlte die Story. Es fehlten außerdem die interessanten NPCs und Gefährten. Andere wiederum vermissten dies überhaupt nicht und waren froh, dass sie eine Welt hatten, in der sie alles bestimmen konnten. Auch heute noch führt Ultima Online dazu, dass sich Gamer streiten. Ein Teil hält das MMO für das beste Onlinegame überhaupt, ein anderer Teil erinnert sich nur an die Frustmomente und wieder ein anderer Teil macht Ultima Online für den Untergang der einst so beliebten Ultima-Single-Player-Serie verantwortlich. Man kann sagen, dass Ultima Online wie kaum ein anderes Spiel die Spielerschaft spaltet – selbst heute noch.

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